Schlagwort Archiv: wohnungsbau

Baukosten

Barrierefreies Bauen ist keine Frage der Kosten, sondern der Konzeption und Planung

Rechenbeispiel Barrierefreies Wohnen

Barrierefreies Wohnen im Kostenvergleich – Rechenbeispiel I (Quelle: Terragon)

Rechenbeispiel Barrierefreies Wohen

Barrierefreies Wohnen im Kostenvergleich – Rechenbeispiel II (Quelle: Terragon)

Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der TERRAGON GmbH und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes (DStGB). Analysiert wurden die Mehrausgaben für barrierefreies Bauen im Vergleich zu konventionellen Bauweisen. Grundlage der Untersuchung war ein fiktives Musterprojekt eines fünfgeschossigen Wohnungsneubaus in Berlin mit insgesamt 20 Wohnungen und 1.500 qm Wohnfläche. Durchgerechnet wurden 140 Kriterien für barrierefreies Bauen nach DIN 18040-2. Bei 130 Kriterien kommen die Verfasser zu dem Schluss, dass Barrierefreiheit nicht mit Mehrkosten verbunden ist, sondern allein mithilfe einer intelligenten Planung erreicht werden kann. Bezogen auf das Musterprojekt mache die Barrierefreiheit nur rund 1 % der Gesamtbaukosten aus.

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Barrieren abbauen – Musterwohnung in Hofheim

Selbstbestimmtes Leben – die HWB zeigt, was möglich ist!

barrierefreie unterfahrbare Küchenzeile

Unterfahrbare Arbeitsflächen in der Küche (Quelle: HWB)

In Hofheim am Tanus wurde von der Hofheimer Wohnungsbau GmbH (HWB) eine inklusive Musterwohnung ausgestattet, die auf reges Interesse stößt. Die Bestandswohnung ist im Rahmen der Modellregion Inklusion als Teil des Aktionsplanes des Landes Hessen umgebaut worden und wurde komplett von der HWB finanziert. Seit November 2016 kann die komplett eingerichtete Wohnung besichtigt werden. Das Angebot wird von Vermietern, Handwerker und Architekten, aber auch von Behindertenbeiräten, Seniorenberatungen, Sozialarbeitern und anderen Wohnungsbauunternehmen rege genutzt. Die Wohnung wurde nicht nur im Hinblick auf mobilitätseingeschränkte Menschen gestaltet, sondern auch visuelle, akustische oder kognitive Einschränkungen wurden berücksichtigt. Gezeigt werden neben baulichen Maßnahmen, wie z. B. einer außen liegenden Rampe, einem barrierefreien Bad oder breiten Türen, auch Ausstattungs- und Möblierungslösungen wie kontrastreich gestaltetete Lichtschalter, per Tablet-PC steuerbare Smart-Home-Lösungen sowie höhenverstellbare oder ausziehbare Schranksysteme.

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Grundrisse fürs Leben

Barrierefreies Wohnen braucht nicht unbedingt größere Flächen

Vor allem in Ballungsgebieten steigen die Wohnkosten. Damit für breitere Bevölkerungsschichten die Mieten und Kaufpreise bezahlbar bleiben, sind deutlich kleinere Wohnungen gefragt. Demgegenüber steht der Bedarf an mehr altersgerechten Wohnungen, die nach Meinung vieler mehr Fläche benötigen. Dieses scheinbare Dilemma lässt sich jedoch leicht auflösen, wenn bei der Planung von Wohnungen grundsätzlich bestimmte Grundanforderungen berücksichtigt werden:

  • stufenlose und schwellenfreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit,
  • Bewegungsflächen, die eine Nutzung von Hilfsmitteln wie auch Assistenz ermöglichen,
  • leicht auffindbare und erkennbare Einrichtungen und Funktionsbereiche,
  • Anpassungsfähigkeit und Nachrüstbarkeit von Ausstattungen.
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Wohnungsbau

Altenwohnungen – in Bayern kein Sonderbau

Urteil des VGH München

Gemäß Art. 2 Abs. 4 Nr. 20 BayBO spricht nichts dagegen, den Begriff des Wohnens, wie im Baugesetzbuch und in der Baunutzungsverordnung wie folgt zu sehen: als eine auf Dauer angelegte Häuslichkeit, Eigengestaltung der Haushaltsführung und des häuslichen Wirkungskreises sowie Freiwilligkeit des Aufenthalts.

Der Sachverhalt

Die Klägerin wendete sich gegen eine Baugenehmigung für die Errichtung einer Außentreppe als zweiten baulichen Rettungsweg und die Verpflichtung zu deren fristgerechter Errichtung. Ursprünglich hatte die beklagte Bauaufsicht der Klägerin eine Baugenehmigung für einen Wohnungsbau erteilt, der im Betreff des Baubescheides als „Bau einer Wohnanlage (§ 29 WEG) mit auch altengerechten Wohnungen“ bezeichnet wurde. Dieses Bauvorhaben bestand aus zwei Baukörpern. Nur in einem wurden die Wohnungen als Altenwohnungen bezeichnet. Für beide Baukörper war in der ursprünglichen Baugenehmigung jeweils eine Außentreppe dargestellt. Bei einer Baustellenkontrolle stellte die Bauaufsicht fest, dass die in dem Baukörper ohne Altenwohnungen vorgesehene Außentreppe nicht ausgeführt wurde.