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Grundrisse fürs Leben

Barrierefreies Wohnen braucht nicht unbedingt größere Flächen

Vor allem in Ballungsgebieten steigen die Wohnkosten. Damit für breitere Bevölkerungsschichten die Mieten und Kaufpreise bezahlbar bleiben, sind deutlich kleinere Wohnungen gefragt. Demgegenüber steht der Bedarf an mehr altersgerechten Wohnungen, die nach Meinung vieler mehr Fläche benötigen. Dieses scheinbare Dilemma lässt sich jedoch leicht auflösen, wenn bei der Planung von Wohnungen grundsätzlich bestimmte Grundanforderungen berücksichtigt werden:

  • stufenlose und schwellenfreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit,
  • Bewegungsflächen, die eine Nutzung von Hilfsmitteln wie auch Assistenz ermöglichen,
  • leicht auffindbare und erkennbare Einrichtungen und Funktionsbereiche,
  • Anpassungsfähigkeit und Nachrüstbarkeit von Ausstattungen.
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Barrierefreiheit im Bestand

Damit alle ohne Hilfe zurechtkommen

Für die Planung der Barrierefreiheit im Neubau ist die seit 2010 schrittweise eingeführte DIN 18040 die ausführlichste und umfassendste Planungsgrundlage. Teil 1 dieser Norm sollte, Teil 2 kann nach Möglichkeit sinngemäß aber auch bei Umbauten und Sanierungen angewendet werden. Im Bestand geht es oft um Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren, wofür sich der Begriff „barrierearm“ eingebürgert hat. Hierunter werden bauliche Kompromisse zwischen Verbesserung der Bestandsrealitäten und Anforderungen der DIN verstanden. Barrierearme Lösungen stellen einen konstruktiven Umgang mit nicht barrierefrei lösbaren, aber häufigen Problemen im Bestand dar.

Beerenhöhe 18-20 in Hamburg

Abb. 1 – Bei der Sanierung der Wohnanlage Beerenhöhe 18–20 in Hamburg-Harburg wurden Angst-Räume und psychologische Barrieren abgebaut. Bildquelle: Brillux/Aloys Kiefer

Zugang Untergeschoss

Abb. 2 – Der versteckte Zugang im Untergeschoss stellte vor der Gebäudesanierung einen beklemmenden Angst-Raum für die Bewohner dar. Bildquelle: Brillux/Aloys Kiefer

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Sinngemäße Anwendung der DIN 18040-2 bei den Mindestanforderungen des KfW-Programms

Bauteil Mindestanforderung
Wege zu Gebäuden • mindestens 120 cm breit
• schwellen- und stufenlos
Niveauunterschiede • Überwindung über Rampen und Aufzüge,ausnahmsweise überTreppenlifte und Hebebühnen
Stellplätze • am Zugang
• mindestens 3,50 m breit und 5 m tief
Gebäude- und Woh­
nungseingänge
• mindestens 90 cm Durchgangsbreite
• mit geringem Kraftaufwand bedienbar
• maximal 2 cm hohe Schwellen
• beidseitige Bewegungsflächen
• gut beleuchtet
• Höhe der Türdrücker 85 cm bis 105 cm
Flure in Gebäuden • mindestens 1,20 m breit
Aufzuganlagen • Kabinen-Innenmaße mindestens 1,10 m x 1,40 m
• Kabinentür-Durchgangsbreite mindestens 90 cm
• Alarmfunktion
• mindestens 1,20 m tiefe vorgelagerte Bewegungsfläche
• maximal1,20 m hohe Bedienungstableaus
Treppenanlagen mit über alle Geschosse ununterbrochenen Handläufen
Rampen • mindestens 1 m breit
• maximal 8% Neigung
Flure in Wohnungen • mindestens 1 m breit
Wohn- und Schlafräume • mindestens 1,20 m x 1,20 m Bewegungsfläche
Küche • mindestens 1,20 m tiefe Bewegungsfläche entlang der
Küchenmöblierung
Türen in Wohnungen • mindestens 80 cm Durchgangsbreite
• Höhe der Türdrücker 85 bis 105 cm
Sanitärräume • mindestens 90 cm x 1,20 m Bewegungsfläche
• mindestens 25 cm seitliche Abstände an Sanitärobjekten
• nach außen aufschlagende und von außen entriegelbare
Türen
• niveaugleiche Duschplätze mit maximal2 cm Absenkung
Bedienelemente • visuell und tastbar in ihrer Funktion erkennbar
• 0,5 N maximaler Kraftaufwand
• Höhe 85 cm bis 110 cm
• Steckdosenhöhe 40 cm

(Quelle: Handbuch barrierefreies Bauen, Autorin: Prof. Dr. Dagmar Everding)