Schlagwort Archiv: DIN 18040

Barrierefreier Ausbau von Personenbahnhöfen

DB baut Barrieren an Bahnhöfen ab

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Foto: Michael Loeper, pixelio

Barrierefreiheit an Bahnhöfen umfasst eine Vielzahl von Aspekten. Sie reichen von der baulichen Gestaltung bis hin zu Information und Service. Die DB Station & Service AG arbeitet daher kontinuierlich daran, mobilitätseingeschränkten Reisenden den Zugang zu Bahnsteigen und Zügen zu ermöglichen und zu erleichtern. Dabei gilt die europäische Richtlinie TSI PRM (Technische Spezifikation für die Interoperabilität bezüglich eingeschränkt mobiler Personen im transeuropäischen Eisenbahnverkehr) als übernationales Regelwerk für barrierefreies Bauen in und an Bahnhöfen.Wichtige Grundlagen dafür sind der stufenfreie Ausbau der Bahnsteigzugänge und die Erhöhung von Bahnsteigen, eine gut erkennbare Wegeleitung, taktile Blindenleitsysteme sowie die Installation von Fahrgastinformationsanlagen oder Dynamischen Schriftanzeigern. Mit dem „Programm der DB“ hat sich die Bahn die offizielle Selbstverpflichtung auferlegt, den barrierefreien Ausbau voranzutreiben.

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Barrierefreiheit im Bestand

Damit alle ohne Hilfe zurechtkommen

Für die Planung der Barrierefreiheit im Neubau ist die seit 2010 schrittweise eingeführte DIN 18040 die ausführlichste und umfassendste Planungsgrundlage. Teil 1 dieser Norm sollte, Teil 2 kann nach Möglichkeit sinngemäß aber auch bei Umbauten und Sanierungen angewendet werden. Im Bestand geht es oft um Maßnahmen zur Reduzierung von Barrieren, wofür sich der Begriff „barrierearm“ eingebürgert hat. Hierunter werden bauliche Kompromisse zwischen Verbesserung der Bestandsrealitäten und Anforderungen der DIN verstanden. Barrierearme Lösungen stellen einen konstruktiven Umgang mit nicht barrierefrei lösbaren, aber häufigen Problemen im Bestand dar.

Beerenhöhe 18-20 in Hamburg

Abb. 1 – Bei der Sanierung der Wohnanlage Beerenhöhe 18–20 in Hamburg-Harburg wurden Angst-Räume und psychologische Barrieren abgebaut. Bildquelle: Brillux/Aloys Kiefer

Zugang Untergeschoss

Abb. 2 – Der versteckte Zugang im Untergeschoss stellte vor der Gebäudesanierung einen beklemmenden Angst-Raum für die Bewohner dar. Bildquelle: Brillux/Aloys Kiefer

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Kostenlose Arbeitshilfe zur DIN 18040

Konsolidierte Fassung:
DIN 18040 + länderspezifische Vorgaben der Eingeführten Technischen Baubestimmungen und der Landesbauordnungen

DIN 18040 Arbeitshilfe

Die DIN 18040 Teil 1 und 2 regeln die Barrierefreiheit von öffentlich zugänglichen Gebäuden sowie deren Außenanlagen (Teil 1) und von Wohnungen (Teil 2). In den einzelnen Bundesländern werden die Anforderungen der Norm durch detaillierte länderspezifische Vorgaben oder Einschränkungen in den Eingeführten Technischen Baubestimmungen sowie den Bauordnungen ergänzt.

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Ausstattungs- und Möblierungselemente

Barrierefrei im öffentlichen Raum

Ausstattungs- und Möblierungselemente: orientierungstafel Hbf Berlin

Beispiel für ein taktil wahrnehmbares Ausstattungselement: Die untere Begrenzung befindet sich nicht höher als 15 cm über dem Boden.

Der öffentliche Raum ist mit zahllosen Ausstattungs- und Möblierungselementen versehen. Hierunter fallen z. B. Sitzbänke, Mülleimer, Briefkästen oder auch Fahrradständer.

 

Unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit dürfen diese einerseits kein Hindernis darstellen, andererseits müssen sie aber auch zugänglich, nutzbar und erkennbar sein, sofern sie unmittelbar der selbstständigen Nutzung des Verkehrsraumes dienen. Dementsprechend schreibt DIN 18040-3 vor, dass auf für den Fußgängerverkehr unmittelbar vorgesehenen Wegen und Flächen Elemente dieser Art nicht angeordnet werden dürfen.

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Barrierefreier Verkehrsraum

Öffentlicher Raum – Urbaner Freiraum

Verkehrsraum: Fußgängerzone in Gießen mit deutlich unterschiedenen Bereichen. Die Möblierung steht in der Zone mit dunklem Natursteinpflaster, ein Leitstreifen führt an den Geschäftsauslagen vorbei, und in der breiten Mittelzone bietet eine Muldenrinne zusätzliche Orientierung.

Fußgängerzone in Gießen mit deutlich unterschiedenen Bereichen. Die Möblierung steht in der Zone mit dunklem Natursteinpflaster, ein Leitstreifen führt an den Geschäftsauslagen vorbei, und in der breiten Mittelzone bietet eine Muldenrinne zusätzliche Orientierung.

Die Möglichkeit, sich im Verkehrsraum zu bewegen, ist für behinderte Menschen unabdingbare Voraussetzung für ein eigenständiges Leben und Bedingung, um ohne fremde Hilfe zur Arbeit, zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen. Die Nutzung des Freiraums außerhalb der Verkehrswege bedeutet Teilnahme am öffentlichen Leben. Sich auf öffentlichen Plätzen, in Anlagen oder der Natur bewegen oder aufhalten zu können, ist wesentlicher Bestandteil einer selbstbestimmten Lebensführung.

Niemand darf vom Zugang sowie der Nutzung dieses Raumes ausgeschlossen sein. Da der Freiraum also allen Menschen zugänglich sein muss, kommt dem Planer dieses Raumes die Aufgabe und die Verpflichtung zu, die Bedürfnisse aller Nutzergruppen zu berücksichtigen.

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Technische Einführung DIN 18040

 

 

DIN 18040-1 (10-2010) DIN 18040-2 (09-2011) DIN 18040-3 (12-2014) DIN 18024-1[1] DIN 18024-2[2] DIN 18025-1[3] DIN 18025-2[3]
Baden-Württemberg
Bayern
Berlin  •
Brandenburg  •
Bremen  •
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen

[1] zurückgezogen seit 12-2014
[2] zurückgezogen seit 10-2010
[3] zurückgezogen seit 09-2011

Barrierefreie Wohnungen

Grundriss eines Einfamilienhauses mit separatem Erschließungstrakt (Quelle: Zeichnung Jacques Kohler)

Grundriss eines Einfamilienhauses mit separatem Erschließungstrakt (Quelle: Zeichnung Jacques Kohler)

Eine entscheidende Qualität des Grundrisses einer barrierefreien Wohnung besteht in der flexiblen Nutzbarkeit der Räume. Wird z. B. bei einem Ehepaar ein Partner pflegebedürftig, ist es wichtig, ein Zimmer zum Pflegezimmer gestalten zu können und gleichzeitig dem gesünderen Partner noch genügend Entfaltungsmöglichkeiten in der Wohnung zu lassen. Solche flexiblen Wohnungsgrundrisse wurden in den 1990er-Jahren in Modellprojekten des geförderten Wohnungsbaus für alleinerziehende Frauen entwickelt und haben sich in der Praxis gut bewährt.

Barrierefreie Wohnungen

Barrierefreie Wohnräume

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Sinngemäße Anwendung der DIN 18040-2 bei den Mindestanforderungen des KfW-Programms

Bauteil Mindestanforderung
Wege zu Gebäuden • mindestens 120 cm breit
• schwellen- und stufenlos
Niveauunterschiede • Überwindung über Rampen und Aufzüge,ausnahmsweise überTreppenlifte und Hebebühnen
Stellplätze • am Zugang
• mindestens 3,50 m breit und 5 m tief
Gebäude- und Woh­
nungseingänge
• mindestens 90 cm Durchgangsbreite
• mit geringem Kraftaufwand bedienbar
• maximal 2 cm hohe Schwellen
• beidseitige Bewegungsflächen
• gut beleuchtet
• Höhe der Türdrücker 85 cm bis 105 cm
Flure in Gebäuden • mindestens 1,20 m breit
Aufzuganlagen • Kabinen-Innenmaße mindestens 1,10 m x 1,40 m
• Kabinentür-Durchgangsbreite mindestens 90 cm
• Alarmfunktion
• mindestens 1,20 m tiefe vorgelagerte Bewegungsfläche
• maximal1,20 m hohe Bedienungstableaus
Treppenanlagen mit über alle Geschosse ununterbrochenen Handläufen
Rampen • mindestens 1 m breit
• maximal 8% Neigung
Flure in Wohnungen • mindestens 1 m breit
Wohn- und Schlafräume • mindestens 1,20 m x 1,20 m Bewegungsfläche
Küche • mindestens 1,20 m tiefe Bewegungsfläche entlang der
Küchenmöblierung
Türen in Wohnungen • mindestens 80 cm Durchgangsbreite
• Höhe der Türdrücker 85 bis 105 cm
Sanitärräume • mindestens 90 cm x 1,20 m Bewegungsfläche
• mindestens 25 cm seitliche Abstände an Sanitärobjekten
• nach außen aufschlagende und von außen entriegelbare
Türen
• niveaugleiche Duschplätze mit maximal2 cm Absenkung
Bedienelemente • visuell und tastbar in ihrer Funktion erkennbar
• 0,5 N maximaler Kraftaufwand
• Höhe 85 cm bis 110 cm
• Steckdosenhöhe 40 cm

(Quelle: Handbuch barrierefreies Bauen, Autorin: Prof. Dr. Dagmar Everding)

Barrierefreie öffentlich zugängliche Gebäude

Als öffentlich zugängliche Gebäude werden die Gebäude bezeichnet, die von einer Vielzahl von Menschen aufgesucht werden. Dazu gehören insbesondere Einrichtungen des Kultur- und Bildungswesens, Sport- und Freizeitstätten, Einrichtungen des Gesundheitswesens, Büro-, Verwaltungs- und Gerichtsgebäude, Verkaufs- und Gaststätten, Stellplätze, Garagen und Toilettenanlagen.

Barrierefreie Erschließung öffentlich zugänglicher Gebäude

Barrierefreie Erschließung öffentlich zugänglicher Gebäude

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Barrierefreie Bäder nach DIN 18040-2

Im barrierefreien Wohnungsbau bilden Bäder und Küchen den anspruchsvollsten Part. Die Funktionsabläufe konzentrieren sich auf enger Fläche und müssen deshalb sorgfältig geplant werden. Die fortgeschrittene Standardisierung erleichtert zwar die Planung, andererseits verlangen die vielfältigen Geräte- und Ausstattungsinnovationen eine immer wieder zu aktualisierende Informationssammlung über diese Entwicklungen.

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