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Barrierefreiheit und Selbstrettung – Teil 3

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Sichere Flucht und Rettung – Darstellung der Maßnahmen

Über die systematische Einstufung der behinderten Nutzer eines Gebäudes (s. Teil 2) lässt sich die Anzahl der benötigten Betreuer (B) ermitteln. Sie bildet die Grundlage einer Methodik für eine barrierefreie Brandschutzplanung. Die davon abgeleiteten Kennzahlen bzw. Parameter erlauben es, Schritt für Schritt zu einem schutzzielgerechten Brandschutz für Einrichtungen mit behinderten Menschen zu gelangen. Damit Brandschutzfachplaner die Parameter verstehen und anwenden können, werden die einzelnen Schritte im Folgenden bezüglich ihrer Herleitung und Funktion detailliert beschrieben.

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Barrierefreiheit und Selbstrettung – Teil 2

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Entwicklung von Maßnahmen für die Selbstrettung

Die Anforderungen zur Barrierefreiheit, z. B. der DIN 18040-1, des Dansk Standard 3028:2001 oder die Anforderungen im Sinne der Barrierefreiheit ermöglichen zwar, Menschen mit Behinderungen oder altersbedingt körperlichen Einschränkungen das Benutzen von Gebäuden; für die Sicherstellung einer weitgehend selbstständig durchführbaren Flucht im Brandfall genügt dies jedoch nicht. Dazu ist eine systematische Einordnung der Gebäude nach dem Anteil behinderter Nutzer ebenso notwendig wie die Beantwortung der Frage, ob diese Menschen das Gebäude nur tagsüber oder auch in der Nacht nutzen. Zusätzlich ist das Verhältnis zwischen Nutzern mit Behinderungen bzw. Einschränkungen und der möglichen Helfer zu klären. Aus diesen Analysen lassen sich Parameter für eine Systematik entwickeln, die eine Einstufung der Gebäude hinsichtlich eines barrierefreien Brandschutzes ermöglichen. Damit wird ein Verfahren geschaffen, das für jedes Gebäude mit behinderten oder körperlich eingeschränkten Nutzern einen schnellen Überblick über die für das Gebäude erforderlichen baulichen Maßnahmen zum barrierefreien Brandschutz liefert. Ein solches Verfahren wird in dieser Artikelserie vorgestellt. U. U. wird zusätzlich noch die Anwendung spezifischer Ingenieurmethoden erforderlich sein, diese sind dann aber schon Teil eines tiefergehenden funktionalen und wirtschaftlichen Optimierungsprozesses.

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Barrierefreiheit und Selbstrettung – Teil 1

Anforderungen und Rahmenbedingungen für die Selbstrettung

Rollstuhlfahrer können behindertengerecht errichtete bauliche Anlagen ohne wesentliche Einschränkungen benutzen. Im Brandfall bleibt aber unklar, wie diese und Menschen mit anderen Behinderungen eigenständig wieder aus dem Gebäude hinauskommen können.

Diagramm

Nach einer von den Autoren durchgeführten Umfrage unter 596 Behindertenreinrichtungen hat es in rund 20 % der Einrichtungen mindestens einmal gebrannt.

 Barrierefreiheit

Barrierefreiheit und die dafür vorzusehenden Brandschutzmaßnahmen wirken sich auch auf die Informationsvermittlung aus, nicht erst im Notfall, sondern schon bei der Vermittlung von Informationen des organisatorischen Brandschutzes an die unterschiedlichen Gruppen der Behinderten. Es geht beim Brandschutz für Menschen mit Behinderungen daher nicht nur um geometrische Parameter, auch wenn diese sich baulich am stärksten auswirken. Als Beispiel kann ein altersgemäß mobiler 85-Jähriger angeführt werden. Seine Mobilität kann weit unter der eines 40-jährigen Rollstuhlnutzers liegen, doch er würde gar nicht in den üblichen Kreis von Menschen mit Behinderungen aufgenommen, da seine Geh-, Hör- und Sehfähigkeiten zwar vorhanden, aber altersbedingt gemindert sind. Diese Einschränkungen, verbunden mit geringerer Körperkraft, bringen ihn jedoch in die Gruppe gefährdeter Personen, für die z. B. gesetzlich erlaubte Rettungsweglängen nicht mehr akzeptabel sein können.

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