Brandschutz

Räumungshelfer für soziale Einrichtungen

raeumungshelferNeue Richtlinie vom Deutschen Institut für vorbeugenden Brandschutz und der Mission Sicheres Zuhause

In sozialen Einrichtungen und Diensten ist es nicht ausreichend, Beschäftigte in der Bekämpfung von Entstehungsbränden mit tragbaren Feuerlöschern und Wandhydranten zu schulen. Zusätzlich ist es erforderlich, Beschäftigte und soweit möglich Menschen mit Betreuungsbedarf in der Menschenrettung auszubilden: Menschenrettung geht vor Brandbekämpfung.

Weiterlesen

Brandschutz in Pflegeheimen

Urgemütlich – aber brandgefährlich?

Brandschutz und gute innenarchitektonische Gestaltung zum Wohlfühlen ist kein Widerspruch. Dennoch schreckt mancher Pflegeheimbetreiber zurück, sich mit dem Thema eingehender auseinander zusetzen. Dabei gibt es einen handfesten Grund, dies zu tun: Der Betreiber haftet!

Brandschutz und Pflegeeinrichtungen

Quelle: medAmbiente 2/16

Nach Einschätzung von Experten ist das Risiko, in einer Alteneinrichtung durch ein Feuer zu sterben, sechs Mal so hoch wie in einer durchschnittlichen Wohnung. Die Gründe hierfür liegen in der erhöhten Brandgefahr bei Einrichtungen mit älteren oder dementen Menschen. Abgesehen von einem teilweise leichtfertigen Umgang mit offenem Feuer, liegen die Gründe z.B. auch oft bei den veralteten technischen Geräten der Bewohner.

Weiterlesen

Mission Sicheres Zuhause

Brandschutz für Menschen mit Hilfebedarf

Rettungswege

Foto: Mission sicheres Zuhause

Die MISSION SICHERES ZUHAUSE richtet ihre nächste Fachtagung vom 22. Juni 2017 – 23. Juni 2017 als Expertenaustausch rund um den Brandschutz für Menschen mit besonderem Hilfebedarf aus. Als zusätzlichliches Angebot wird es begleitende Workshops zu den Vortragsthemen geben.

Fachtagung „Brandschutz für Menschen mit Hilfebedarf 2017“

Ort: Bürgerhaus Fischbach, Rathausplatz 3, 65779 Kelkheim (Taunus)
Datum: Donnerstag, 22. Juni 2017, 10:00 Uhr – Freitag, 23. Juni 2017 16:00 Uhr

Weiterlesen

Barrierefreie Brandschutztüren

Sicherheit und Barrierefreiheit:
Türschließer an Rauch- und Feuerschutztüren

Türschließer sind unverzichtbar für die Zulassung von Rauch- und Feuerschutztüren und gehören zu den fixen Komponenten an Eingängen von Ladengeschäften, Arztpraxen und Bürogebäuden. Sie schließen Türen von alleine zuverlässig und sicher, zum Öffnen ist aber häufig ein höherer Kraftaufwand nötig als ohne dieses Bauteil. Daher steht der Standard-Türschließer im Konflikt mit Barrierefreiheit. Neue Technologien gleichen dies aus und ermöglichen einen barrierefreien Zugang trotz Türschließer.

Sicherheits-Türschließer für Feuerschutztüren

Der Türschließer mit integrierter Rettungswegverriegelung kann auch im Nachgang aus Brandschutztüren barrierefreie Brandschutztüren machen. (Bildquelle: ASSA ABLOY)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bestätigt: Bis 2030 wird jeder dritte Bundesbürger älter als 65 Jahre sein. Deshalb treten zunehmend gesetzliche Regelungen und (inter)nationale Normen zur Barrierefreiheit in Kraft. Normen wie die DIN 18040 regeln, wie Gebäude und Umgebungen für körperlich beeinträchtigte Menschen gestaltet sein müssen und legen dabei auch konkrete Maße – zum Beispiel für Türen – fest. Tiefer ins Detail geht das europäische Leitdokument DIN SPEC 1104/ CEN TR 15894, das unter anderem fordert, manuelle Schließeinrichtungen zu verwenden, die den Widerstand ab einem Türöffnungswinkel von zwei Grad um 40 Prozent verringern.

Weiterlesen

Barrierefreiheit und Selbstrettung – Teil 3

Zurück zu Teil 2

Sichere Flucht und Rettung – Darstellung der Maßnahmen

Über die systematische Einstufung der behinderten Nutzer eines Gebäudes (s. Teil 2) lässt sich die Anzahl der benötigten Betreuer (B) ermitteln. Sie bildet die Grundlage einer Methodik für eine barrierefreie Brandschutzplanung. Die davon abgeleiteten Kennzahlen bzw. Parameter erlauben es, Schritt für Schritt zu einem schutzzielgerechten Brandschutz für Einrichtungen mit behinderten Menschen zu gelangen. Damit Brandschutzfachplaner die Parameter verstehen und anwenden können, werden die einzelnen Schritte im Folgenden bezüglich ihrer Herleitung und Funktion detailliert beschrieben.

Weiterlesen

Barrierefreiheit und Selbstrettung – Teil 2

Zurück zu Teil 1

Entwicklung von Maßnahmen für die Selbstrettung

Die Anforderungen zur Barrierefreiheit, z. B. der DIN 18040-1, des Dansk Standard 3028:2001 oder die Anforderungen im Sinne der Barrierefreiheit ermöglichen zwar, Menschen mit Behinderungen oder altersbedingt körperlichen Einschränkungen das Benutzen von Gebäuden; für die Sicherstellung einer weitgehend selbstständig durchführbaren Flucht im Brandfall genügt dies jedoch nicht. Dazu ist eine systematische Einordnung der Gebäude nach dem Anteil behinderter Nutzer ebenso notwendig wie die Beantwortung der Frage, ob diese Menschen das Gebäude nur tagsüber oder auch in der Nacht nutzen. Zusätzlich ist das Verhältnis zwischen Nutzern mit Behinderungen bzw. Einschränkungen und der möglichen Helfer zu klären. Aus diesen Analysen lassen sich Parameter für eine Systematik entwickeln, die eine Einstufung der Gebäude hinsichtlich eines barrierefreien Brandschutzes ermöglichen. Damit wird ein Verfahren geschaffen, das für jedes Gebäude mit behinderten oder körperlich eingeschränkten Nutzern einen schnellen Überblick über die für das Gebäude erforderlichen baulichen Maßnahmen zum barrierefreien Brandschutz liefert. Ein solches Verfahren wird in dieser Artikelserie vorgestellt. U. U. wird zusätzlich noch die Anwendung spezifischer Ingenieurmethoden erforderlich sein, diese sind dann aber schon Teil eines tiefergehenden funktionalen und wirtschaftlichen Optimierungsprozesses.

Weiterlesen

Barrierefreiheit und Selbstrettung – Teil 1

Anforderungen und Rahmenbedingungen für die Selbstrettung

Rollstuhlfahrer können behindertengerecht errichtete bauliche Anlagen ohne wesentliche Einschränkungen benutzen. Im Brandfall bleibt aber unklar, wie diese und Menschen mit anderen Behinderungen eigenständig wieder aus dem Gebäude hinauskommen können.

Diagramm

Nach einer von den Autoren durchgeführten Umfrage unter 596 Behindertenreinrichtungen hat es in rund 20 % der Einrichtungen mindestens einmal gebrannt.

 Barrierefreiheit

Barrierefreiheit und die dafür vorzusehenden Brandschutzmaßnahmen wirken sich auch auf die Informationsvermittlung aus, nicht erst im Notfall, sondern schon bei der Vermittlung von Informationen des organisatorischen Brandschutzes an die unterschiedlichen Gruppen der Behinderten. Es geht beim Brandschutz für Menschen mit Behinderungen daher nicht nur um geometrische Parameter, auch wenn diese sich baulich am stärksten auswirken. Als Beispiel kann ein altersgemäß mobiler 85-Jähriger angeführt werden. Seine Mobilität kann weit unter der eines 40-jährigen Rollstuhlnutzers liegen, doch er würde gar nicht in den üblichen Kreis von Menschen mit Behinderungen aufgenommen, da seine Geh-, Hör- und Sehfähigkeiten zwar vorhanden, aber altersbedingt gemindert sind. Diese Einschränkungen, verbunden mit geringerer Körperkraft, bringen ihn jedoch in die Gruppe gefährdeter Personen, für die z. B. gesetzlich erlaubte Rettungsweglängen nicht mehr akzeptabel sein können.

Weiterlesen

Wohnungsbau

Altenwohnungen – in Bayern kein Sonderbau

Urteil des VGH München

Gemäß Art. 2 Abs. 4 Nr. 20 BayBO spricht nichts dagegen, den Begriff des Wohnens, wie im Baugesetzbuch und in der Baunutzungsverordnung wie folgt zu sehen: als eine auf Dauer angelegte Häuslichkeit, Eigengestaltung der Haushaltsführung und des häuslichen Wirkungskreises sowie Freiwilligkeit des Aufenthalts.

Der Sachverhalt

Die Klägerin wendete sich gegen eine Baugenehmigung für die Errichtung einer Außentreppe als zweiten baulichen Rettungsweg und die Verpflichtung zu deren fristgerechter Errichtung. Ursprünglich hatte die beklagte Bauaufsicht der Klägerin eine Baugenehmigung für einen Wohnungsbau erteilt, der im Betreff des Baubescheides als „Bau einer Wohnanlage (§ 29 WEG) mit auch altengerechten Wohnungen“ bezeichnet wurde. Dieses Bauvorhaben bestand aus zwei Baukörpern. Nur in einem wurden die Wohnungen als Altenwohnungen bezeichnet. Für beide Baukörper war in der ursprünglichen Baugenehmigung jeweils eine Außentreppe dargestellt. Bei einer Baustellenkontrolle stellte die Bauaufsicht fest, dass die in dem Baukörper ohne Altenwohnungen vorgesehene Außentreppe nicht ausgeführt wurde.

Aufzüge mit verlängerter Betriebszeit

aufzug-verlaengerte-bertriebszeit

Anzeigetableau eines Aufzuges mit verlängerter Betriebszeit

Fast jeder Sonderbau und auch viele Wohngebäude verfügen über einen Aufzug. Dieser liegt meist im Treppenraum. Im Regelfall steht der Aufzug nicht für den Rettungsweg zur Verfügung, wie das übliche Hinweisschild „Aufzug im Brandfall nicht benutzen“ kundtut.

Es gibt Möglichkeiten, den Aufzug unter bestimmten technischen Voraussetzungen für die Rettungswegführung, auch bei einem Brandfall im Gebäude, zu nutzen, es sei denn, das Schadenereignis ist innerhalb des Aufzuges. Die technischen Reglungen sind über VDI 6017 „Aufzüge –Steuerung für den Brandfall“ (2008) als „Aufzug mit verlängerter Betriebszeit“ gefasst.

Weiterlesen