„Alleskönner“: Automatik-Schiebetüren

Komfortabel geschoben – Lohnend montiert

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Automatik-Schiebetüren werden häufig in Ein- und Durchgängen eingesetzt.

Automatische Schiebetür-Systeme werden für Komfort und Barrierefreiheit immer beliebter. Zertifizierte Metallbauer finden in Montage und Inbetriebnahme ein lohnendes Betätigungsfeld.Vielfach müssen Türen in öffent­lichen Gebäuden nicht mehr selbstständig betätigt werden. Auto­matik-Schiebetüren öffnen sich, sobald sich eine Person nähert, ermöglichen einen komfortablen Durchgang und schließen danach wieder. Bei der Planung von öffentlichen Gebäuden spielt außerdem die Vermeidung baulicher Barrieren eine wichtige Rolle. Automatik-Schiebetüren eignen sich somit vor allem für die Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden. Zusätzlich schwenken die Türflügel nicht in Richtung der Nutzer aus, sondern geben die komplette Durchgangsbreite frei, da die Türflügel platzsparend vor oder in die Wand laufen.

Die passende Lösung wählen

Automatik-Schiebetürsysteme sind aber ebenso dort gefordert, wo viele Personen ein und aus gehen, um einem Wärmeverlust vorzubeugen. In einer schleusenartigen Anordnung von zwei Automatik-Schiebetüren, schließt sich die außenliegende Schiebetür, bevor die zweite Tür sich öffnet und den Eintritt in das Gebäude ermöglicht. Diese Türlösung verringert das Eindringen von Zugluft und Kälte und trägt zu einer höheren Energieeffizienz bei. Vor allem, wenn die Außentür eine gute Wärmedämmung aufweist, wie beispielsweise die AD 100 Thermo von Hörmann.

Jedes öffentliche Gebäude muss Brandschutz- und Fluchtweganforderungen erfüllen. Automatik-Schiebetüren eignen sich auch für diesen Einsatz. Einige Hersteller verfügen über ein vielfältiges Produktprogramm mit Automatik-Schiebetüren für verschiedenste Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten. Einerseits sind einige Schiebetüren bereits mit mehreren Funktionen wie Brand-, Rauchschutz oder Fluchtweg ausgestattet. Andererseits haben Hersteller, um auch Fluchtweglösungen zu schaffen, Kombinationslösungen aus Automatik-Schiebetüren mit Aluminium-Rohrrahmenelementen oder Stahl-Feuerschutztüren entwickelt, die die funktionalen Anforderungen an Brandschutz, Rauchschutz, Fluchtweg, Barrierefreiheit, Wärmedämmung, Schalldämmung und Einbruchhemmung in sich vereinen. Andere Kombinationen mit Rollgitter stellen eine einbruchhemmende Lösung mit RC 2-Ausstattung dar, die als Ladenabschlüsse eingesetzt werden. Optional können Automatik-Schiebetüren mit Zugangskontrollen wie Codetastern oder Fingerlesern versehen werden, die den Zutritt nur für autorisierte Personen erlauben. All diese funktionalen Aspekte lassen sich dennoch mit einer transparenten Gestaltung umsetzen, da die Automatik-Schiebetüren über eine vollflächige Verglasung mit schmalen Aluminiumprofilen verfügen.

Systematisch planen

Gerade weil die Schiebetüren automatisch funktionieren, gilt es bei der Planung, Montage, Inbetriebnahme sowie der späteren Wartung sicherheitstechnische Anforderungen zu beachten. Bei der Wahl der passenden Automatik-Schiebetür sollte der Fokus auf den gewünschten Funktionen und auf dem späteren Anwendungsbereich liegen. Für die Umsetzbarkeit der Produktlösung ist die Situation vor Ort entscheidend.

Es muss festgestellt werden, welche baulichen Gegebenheiten vorliegen:
– zu beachtende Durchgangsbreiten?
– zusätzliche Unterkonstruktion nötig?
– liegt das Gewicht der gesamten Anlage im zulässigen Rahmen?

Für die Antriebe der Schiebetüren muss die Kabelverlegung mit einem Elektriker abgestimmt werden. In der Regel erfolgt diese bauseitig unter Putz vor der Installation der Türanlage. Eine Kabelverlegung auf Putz ist ebenso möglich, sodass auch ein nachträglicher Einbau ohne Aufstemmarbeiten am Mauerwerk möglich ist. Werden diese Türen in hoch frequentierten Ein- und Durchgängen installiert, sollte auf die Dauerhaftigkeit des Antriebes geachtet werden, um die Funktionsfähigkeit zu erhalten. Während der gesamten Planung können sich Metallbauer an dem sogenannten Klarstellungsbogen orientieren, auf dem sämtliche technische Daten und funktionale Anforderungen abgefragt werden. Außerdem gibt es Hilfestellungen von Herstellern: So stellt zum Beispiel Hörmann einen Produktkonfigurator zur Verfügung, mit dem Schritt für Schritt das Produkt zusammengestellt und auf dessen Ausführbarkeit hin überprüft wird.

Für Bedienungssicherheit sorgen

Als wichtigste Anforderung an die spätere Nutzungs- und Bediensicherheit gilt es, konstruktiv potenzielle Gefahrenquellen zu vermeiden. Diese Anforderungen werden in der EN 16005 Kraftbetätigte Türen; Nutzungssicherheit; Anforderungen und Prüfverfahren geregelt. Wesentlich ist der Schutz an Gefahrenstellen. Unbedingt notwendig ist eine Sensortechnik, die den Durchgangsbereich normgerecht absichert und die Bewegung des Türflügels stoppt, wenn dieser auf ein Hindernis trifft. Ein geöffneter Türflügel muss einen Abstand von mindestens 200 Millimeter zur Wand oder anderen baulichen Hindernissen haben, um Quetschungen in diesem Bereich – der sogenannten Nebenkante – zu vermeiden. Bei geringeren Platzverhältnissen ( 200 Millimeter) besteht die Möglichkeit, die Nebenkante durch einen Aktiv-Infrarotsensor oder einen Schutzflügel, hinter den der Fahrflügel einläuft, abzusichern.

Grundsätzlich ist der Hersteller von Automatik-Schiebetüren für die Einhaltung der gültigen Normen und Richtlinien bei Auslieferung verantwortlich. Alle Türanlagen von Hörmann werden nach der EN 16005 und der „Richtlinie über automatisierte Schiebetüren in Rettungswegen (AutSchR)“ gefertigt. Brandschutztüren entsprechen zusätzlich der EN 16034. All diese Türen sind geprüft und besitzen das entsprechende Zertifikat und die CE-Kennzeichnung.Automatik-Schiebetüren: Sie lesen einen Auszug aus M&T, Jahresabo 148 €

Zertifizierung

Wenn Automatik-Schiebetüren für die Gebäudesicherung – zum Beispiel als Brandschutz- oder Fluchtwegtüren – eingesetzt werden und dementsprechend Bauprodukte aus der Bauregelliste des DIBt darstellen, darf die Montage und Inbetriebnahme nur von zertifizierten Metallbauern durchgeführt werden. Hersteller wie Hörmann bieten für ihre Partner entsprechende Zertifizierungsschulungen an. Nach Abschluss der Inbetriebnahme muss eine Risikoanalyse durchgeführt werden. Die stellt sicher, dass die Anlage regelkonform installiert wurde und sicher betrieben werden kann. Dann muss diese mit dem Betreiber abgestimmt und an ihn übergeben werden. Für den anschließenden Betrieb und die Wartung ist der Betreiber verantwortlich. Dieser hat Sorge zu tragen, dass die Türanlage sich stets in einem betriebssicheren Zustand befindet. Dafür sollte er, gerade bei Brandschutztüren mit Feststellanlage, monatlich die Anlage überprüfen und die mindestens jährlich vorgeschriebene Wartung anordnen. Diese kann der zertifizierte Metallbaubetrieb oder der Hersteller übernehmen. In Hinblick auf die gesamte Abwicklung, ist es sinnvoll alles aus einer Hand zu bekommen.

Fazit: Richtig planen

Öffentliche Gebäude wie Einkaufszentren, Bahnhöfe, Hotels oder Krankenhäuser werden mit automatischen Türsystemen ausgestattet, da sie einen komfortablen und barrierefreien Personendurchgang ermöglichen. Automatik-Schiebetürsysteme erfüllen die funktionalen und optischen Anforderungen oft am besten. Die Montage und Inbetriebnahme der Automatik-Schiebetüren kann durch Metallbau-Fachbetriebe erfolgen, wobei diese – je nach Produktausführung – über entsprechende Zertifizierungen verfügen müssen.

Quelle: M&T metallhandwerk ❘ 8.2016
Autor: Karin Isenberg und Uwe Humann